TV-Highlights 2026: Zwischen Jury-Überraschungen und packenden Serien-Neustarts

Der März 2026 zeigt sich wettertechnisch mal wieder von seiner unberechenbarsten Seite. Schneestürme wechseln sich nahtlos mit tagelangem Regen und wilden Temperaturschwankungen ab, während wir alle sehnsüchtig darauf warten, dass der Winter endlich verschwindet. Vielleicht braucht es genau deshalb in diesem Monat ein besonders starkes Fernsehprogramm, um uns von diesem falschen Frühling abzulenken. Die aktuellen TV- und Streaming-Highlights bieten jedenfalls reichlich Stoff dafür. Das Spektrum reicht von einer unerwarteten Casting-Jury im deutschen Fernsehen über reale Familiendynastien bis hin zu skurrilen Krimi-Komödien.

Frischer Wind am DSDS-Jurypult RTL schickt „Deutschland sucht den Superstar“ in die mittlerweile 22. Staffel und hat dabei die Karten neu gemischt. Pop-Titan Dieter Bohlen bleibt dem Format als Chef-Juror zwar treu, bekommt aber nächstes Jahr zwei völlig neue Co-Juroren an seine Seite gestellt. Und die könnten unterschiedlicher kaum sein. Bushido, der wohl polarisierendste Rapper des Landes, und Ballermann-Star Isi Glück komplettieren die Jury. RTL-Unterhaltungschefin Inga Leschek schwärmt bereits von dieser besonderen Konstellation: Drei starke Charaktere aus drei verschiedenen Welten würden für frische Impulse und spannende Geschichten sorgen. Bohlen selbst sieht das Ganze pragmatisch, wittert aber schon jetzt musikalisches Konfliktpotenzial. Vor allem mit Bushido erwartet er Reibungspunkte, da beide schlichtweg komplett andere Meinungen zu bestimmten Genres haben dürften. Er stehe nun mal auf große Balladen und tolle Stimmen, während er sich kaum vorstellen kann, dass Bushido plötzlich Schlager feiert. Bei Isi Glück hofft der Pop-Titan hingegen einfach auf eine gute Zusammenarbeit.

Bushidos neue Mission Für Bushido ist das DSDS-Studio übrigens kein völliges Neuland mehr. Schon im vergangenen Jahr durfte er beim großen Finale als Showact Bühnenluft schnuppern und sogar kurz auf dem Jury-Stuhl probesitzen. Jetzt ist er offiziell dabei und bezeichnet diese Aufgabe im RTL-Interview als echte Ehre. DSDS habe Generationen geprägt. In einer derart schnelllebigen Zeit möchte er nun Talente finden, die echte Geschichten und Kämpfe mitbringen. Es gehe ihm dabei nicht nur um den flüchtigen Applaus, sondern darum, echten Stimmen einen Weg zu zeigen, der bleibt.

Ein reales Familiendrama auf Netflix Werfen wir einen Blick auf die internationalen Streaming-Starts. Netflix bringt mit „Dynasty: The Murdochs“ eine faszinierende vierteilige Doku-Serie von Regisseurin Liz Garbus heraus. Rupert Murdoch eilt ja der Ruf voraus, selbst bei familiären Monopoly-Abenden zu schummeln. Genau diese unbedingte Siegesmentalität greift die Dokumentation auf. Sie inszeniert den hochgradig öffentlichen Nachfolgekampf der Murdoch-Kinder als eine Art vergoldetes Brettspiel, bei dem es nur ein Ziel gibt: den Thron des Patriarchen. Auch wenn die Murdochs selbst logischerweise keine neuen Interviews gegeben haben, zeichnen erfahrene Journalisten ein tiefgreifendes Bild davon. Die Doku zeigt eindrucksvoll, wie der mittlerweile 95-jährige Medienmogul seine eigene Familie für den Erhalt seines Imperiums zerissen hat. Wer die Serie „Succession“ mochte, wird diese realen Machtspiele definitiv interessant finden.

Britischer Adel trifft auf Reality-TV Ein weiteres Highlight liefert der Sender Bravo mit dem Reboot „Ladies of London: The New Reign“. Hier wird schnell klar, dass die Briten beim Thema Reichtum einfach den besseren Stil und einen herrlich trockenen Humor haben. Die Show ist im Grunde eine „Real Housewives“-Variante für Frauen, die sich für genau dieses Label zu glamourös oder reflektiert fühlen. Der Cast ist absolut erstklassig und vielschichtig besetzt. Martha Sitwell, eine faszinierende Mischung aus Marlene Dietrich und Marianne Faithfull, bringt eine extrem bewegte Vergangenheit mit. Lady Emma Thynn hat es als erste Woman of Color in den britischen Adel geschafft. Dazu gesellen sich die amerikanische Auswanderin Kimi Murdoch, der Reality-TV-Veteran Mark-Francis Vandelli, Schauspielerin Margo Stilley und die Benimm-Trainerin Myka Meier. Schon jetzt sorgt das Gerücht, eine alte Bekannte von Myka sei in Wahrheit eine Puffmutter, für ordentlich Zündstoff.

Krimi-Comedy aus Down Under Wem das alles ein bisschen zu dramatisch ist, der sollte bei Hulu reinschauen. Dort startet „Sunny Nights“, eine erfrischende australische Krimi-Komödie. Will Forte und D’Arcy Carden übernehmen nicht nur die Hauptrollen, sondern fungieren auch als Produzenten. Man stelle sich „Breaking Bad“ vor, aber mit deutlich weniger menschlichen Abgründen und dafür mehr augenzwinkernder Wissenschafts-Begeisterung. Forte und Carden, beide bestens bekannt für herrlich skurrile Sitcoms wie „The Last Man on Earth“, zeigen hier einmal mehr ihr komödiantisches Talent in einer rasanten und völlig neuen Umgebung.