Serien-Highlights im Blick: Düsteres Berlin und glitzerndes New York

Das Finale ist im Kasten. Bemerkenswert ist dabei vor allem, wer das Ende der Dreharbeiten zur fünften und letzten Staffel von „Babylon Berlin“ als Erstes verkündete. Nicht etwa ein hiesiges Blatt, sondern das US-Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“ brachte die Nachricht exklusiv. Das beweist einmal mehr den enormen internationalen Stellenwert der historischen Krimiserie, die mittlerweile in beeindruckende 140 Länder verkauft wurde. Die neuen acht Episoden basieren auf Volker Kutschers Roman „Märzgefallene“ und bilden den definitiven Abschluss der Geschichte um Kommissar Gereon Rath.

Der letzte Tanz auf dem Vulkan

Zeitlich bewegen wir uns diesmal im wohl dramatischsten Monat der jüngeren deutschen Geschichte. Die Handlung setzt im Februar 1933 ein, unmittelbar nachdem Adolf Hitler am 30. Januar zum Reichskanzler ernannt wurde. Doch auch der legendäre Presseball vom 28. Januar dient als Kulisse – gewissermaßen als eines der letzten Feste im Zeichen der sterbenden Weimarer Republik. Erste veröffentlichte Bilder zeigen Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) und den von Volker Bruch verkörperten Rath noch tanzend auf genau diesem Ball, bevor sich die Ereignisse unweigerlich überschlagen.

Rath verschwindet plötzlich spurlos. Charlotte wird derweil in eine extrem dunkle Mordserie an Weltkriegsveteranen hineingezogen. Dieser Fall reicht tief in die Vergangenheit des Kommissars und ist zugleich eng mit den neuen faschistischen Machthabern verknüpft. Die Staffel gipfelt schließlich in der historischen Reichstagswahl vom 5. März, bei der sich die NSDAP die parlamentarische Mehrheit sicherte.

Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten, die sich wieder die Regie teilen, versprechen ein hochdramatisches Ende. In einem System, das gerade komplett auf den Kopf gestellt werde, müssten nun alle Figuren endgültig ihr wahres Gesicht zeigen. Es wird geliebt, gehasst und verraten, als gäbe es kein Morgen. Für dieses letzte, dunkle Kapitel kehren neben Bruch und Fries auch vertraute Gesichter wie Lars Eidinger, Christian Friedel, Hannah Herzsprung und Karl Markovics zurück. Wann genau die Ausstrahlung im Ersten erfolgt, bleibt noch offen, wenngleich aktuell der Sommer 2026 als Termin gehandelt wird.

Vom historischen Krimi zur elitären Satire

Während in Deutschland also ein gewaltiges Serienepos auf sein Ende zusteuert, arbeitet man auf der anderen Seite des Atlantiks an einem vielversprechenden Neuanfang. Beide Projekte eint die Tatsache, dass sie auf erfolgreichen Romanen basieren, inhaltlich könnten sie jedoch kaum unterschiedlicher sein. Netflix bringt „The Nanny Diaries“ als Serie auf die Bildschirme. Das Format adaptiert den gleichnamigen Bestseller von Emma McLaughlin und Nicola Kraus, der bereits im Jahr 2002 erschien und 2010 mit „Nanny Returns“ eine Fortsetzung erhielt.

Ein besonders spannendes Detail betrifft die Produktion: Scarlett Johansson ist bei der Neuauflage als ausführende Produzentin an Bord. Zur Erinnerung: In der Kinoverfilmung von 2007 spielte sie noch selbst die Hauptrolle, damals flankiert von Hollywood-Größen wie Laura Dern, Paul Giamatti, Alicia Keys, Chris Evans und Nicholas Reese Art. Nun wechselt sie mit ihrer Firma These Pictures hinter die Kulissen, unterstützt von Jonathan Lia und Keenan Flynn.

Ein riskantes Doppelleben

Die Geschichte rückt Annie in den Mittelpunkt. Völlig pleite und eigentlich auf der Suche nach dem Stoff für ihren großen Roman, nimmt sie einen Job als Nanny bei einer äußerst privilegierten Familie an der New Yorker Upper East Side an. Schlagartig taucht sie in eine völlig absurde Welt des Überflusses ein. Als sie unerwartet den Buchdeal ihres Lebens ergattert, um genau diese skandalösen Geheimnisse der Superreichen undercover aufzudecken, beginnt ein waghalsiges Doppelleben. Annie muss ihre wahre Identität mit allen Mitteln verbergen. Das wird umso komplizierter, je stärkere Bindungen sie zu den Menschen in ihrem Umfeld aufbaut – und als sie schmerzhaft erfährt, wozu ihre unberechenbare Chefin tatsächlich in der Lage ist.

Hinter den Kulissen versammelt sich reichlich Branchenerfahrung. Geschrieben und verantwortet wird das Projekt von Amy Chozick („House of Cards“, „The Girls on the Bus“) sowie Jenny Bicks („Sex and the City“, „The Greatest Showman“), die als Co-Showrunnerinnen fungieren. Das Studio Warner Bros. Television und Greg Berlanti, der zusammen mit Sarah Schechter und Leigh London Redman über Berlanti Productions produziert, treiben die Entwicklung maßgeblich voran. Auch Gary Barber und Sean Hoagland von der Spyglass Media Group sind als ausführende Produzenten beteiligt.