Lucasfilm lässt sich mit der Marketingkampagne für „The Mandalorian and Grogu“ offensichtlich Zeit, doch die Star-Wars-Gemeinde giert nach jedem noch so kleinen Schnipsel neuen Materials. Nachdem bereits zwei unterschiedliche Teaser exklusiv in den Kinos vor Vorstellungen von „Zootopia 2“ und „Avatar: Fire and Ash“ gezeigt wurden, steigt die Spannung auf einen offiziellen, öffentlichen Trailer merklich an. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass ein erster ausführlicher Einblick während des kommenden Super Bowls im nächsten Monat debütieren wird. Dies wäre ein logischer Schritt, markiert das Projekt doch den ersten Star-Wars-Kinofilm seit dem Start von „Der Aufstieg Skywalkers“ im Jahr 2019. Eine groß angelegte Werbeoffensive ist also längst überfällig.
Ein Wiedersehen auf der Razor Crest
Während die Welt auf den nächsten Trailer wartet, veröffentlichte USA Today ein neues Szenenbild aus dem von Jon Favreau inszenierten Film. Das Bild verrät zwar keine massiven Spoiler, liefert aber genau jene emotionale Verbindung, auf die Fans gehofft haben: Din Djarin und Grogu sind wieder vereint und befinden sich an Bord der neuen Razor Crest. Es ist ein simpler Moment, doch das Duo auf einem vertrauten Schiff zu sehen, erdet den Film sofort in dem, was Zuschauer an dieser Ecke der Galaxis am meisten lieben. Jon Favreau trat zudem Befürchtungen entgegen, der Film könnte sich lediglich wie eine in die Länge gezogene oder gekürzte Version einer Disney-Plus-Staffel anfühlen. Der Sprung auf die große Leinwand habe es dem Team erlaubt, die Skalierung der Welt deutlich zu erweitern.
Kinoformat statt Serien-Feeling
„Wir haben uns voll darauf eingelassen“, erklärte Favreau. Bei Tests habe man gezielt darauf geachtet, was im IMAX-Format gut wirke. Viele Weltraumszenen sähen großartig aus, und Sets seien höher gebaut worden, um die Möglichkeiten des Kinos voll auszuschöpfen. Dabei sei der Film so konzipiert, dass er sowohl langjährige Fans als auch Neueinsteiger abholt. Favreau ist sich bewusst, dass viele Kinogänger die Figuren zwar vom Hörensagen kennen, aber nicht jede Episode der Serie verfolgt haben. „Wir wollen diejenigen belohnen, die von Anfang an dabei waren, aber auch ein neues Publikum einladen“, so der Regisseur über seinen erzählerischen Ansatz für die Leinwand.
Ein fragiles Universum
Die Handlung ist nach dem Fall des Imperiums angesiedelt und zeigt eine Galaxis in einem zerbrechlichen Zustand. Imperiale Kriegsherren sind noch immer über die Sterne verstreut, während die Neue Republik Mühe hat, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Um den Frieden zu sichern, wendet sie sich an den legendären mandalorianischen Kopfgeldjäger Din Djarin und seinen jungen Schützling Grogu. Das Paar wird auf eine gefährliche neue Mission geschickt, die die Zukunft der Galaxis prägen könnte. Produziert wird der Film von Kathleen Kennedy, Dave Filoni und Ian Bryce, während Ludwig Göransson erneut für die musikalische Untermalung sorgt. „The Mandalorian and Grogu“ wurde speziell für IMAX gefilmt und startet am 22. Mai 2026 exklusiv in den Kinos.
Widersprüche in der Star-Wars-Historie
Doch während der Blick der Fans erwartungsvoll auf das Jahr 2026 gerichtet ist, sorgt der Umgang mit der jüngeren Vergangenheit des Franchise für Irritationen. Zum zehnjährigen Jubiläum der Sequel-Trilogie wird deutlich, dass Star Wars den Film „Das Erwachen der Macht“ auf eine höchst seltsame Weise nachträglich verändert hat – ein sogenannter Retcon. Als Daisy Ridleys Rey und John Boyegas Finn damals über den Millennium Falken stolperten, diente dies als Vorbereitung für Han Solos Rückkehr. Eine zentrale Frage blieb im Film jedoch unbeantwortet: Wie hatte Han den Falken überhaupt verloren? Im Film zeigte er sich frustriert und überrascht, als Rey ihm erzählte, das Schiff sei auf Jakku gewesen. Er vermutete es bei einem Dieb namens Ducain und beschwerte sich bei Chewbacca, dass sie die „Westlichen Regionen“ hätten überprüfen sollen.
Das Rätsel um den Millennium Falken
Die Miniserie „Han Solo – Hunt for the Falcon“ von Rodney Barnes, Guru-eFX und Ramon Rosanas erzählt nun eine Vorgeschichte, die logisch kaum haltbar ist. In der Comic-Reihe verfolgen Han und Chewbacca ihr Raumschiff erfolgreich quer durch die Galaxis. Sie klappern alle bekannten Namen ab – Ducain, die Irving Boys – und gelangen schließlich sogar zu Unkar Plutt persönlich. Die letzte Konfrontation findet tatsächlich auf Jakku statt, wo Han erkennt, dass er getötet würde, wenn er die Sache weiter treibt, und sich entscheidet, den Falken vorerst zurückzulassen. Dies widerspricht dem gesamten Dialog zwischen Han und Rey in Episode VII. Es gibt keine plausible Erklärung, wie diese Geschichte mit dem Film koexistieren kann, es sei denn, man unterstellt Han, er habe im Film seine Unwissenheit nur vorgespielt – eine Interpretation, für die es in den Filmen keinerlei Anhaltspunkte gibt.
Chronologische Unmöglichkeiten
Erschwerend kommen weitere Ungereimtheiten in der fünften Ausgabe von „Hunt for the Falcon“ hinzu. In einer Traumsequenz, die wie eine Erinnerung inszeniert ist, fliegt Han den Falken unklugerweise durch den „Imperialen Raum“ und riskiert dabei das Leben seiner Familie, die an Bord ist. In dieser Szene ist Ben Solo bereits alt genug, um zu sprechen. Das Problem hierbei ist die Zeitlinie: Das Imperium fiel endgültig bei der Schlacht von Jakku, etwa zur Zeit von Bens Geburt. Selbst unter Berücksichtigung der imperialen Reste, die in „The Mandalorian“ zu sehen sind, gab es keinen offiziellen „Imperialen Raum“ mehr, als Ben in dem gezeigten Alter war. Solche narrativen Fehltritte trüben das Bild des erweiterten Universums, selbst wenn die Vorfreude auf kommende Projekte wie den Mandalorian-Film ungebrochen bleibt.